2019 ist es tausend Jahre her, seit im Beisein von Kaiser Heinrich II. am 11. Oktober 1019 das Basler Münster geweiht wurde. Das gibt reichlich Stoff zum Nachdenken darüber, was die Verantwortlichen gewollt – und was Christus ihnen anvertraut und ihnen verweigert hat.

Damit steht das Basler Münster gegen einen mächtigen Trend in allen Kirchen. Stellvertretend für viele fordert beispielsweise die Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern im Jahr 2017 von allen kirchlichen Aktivitäten, sie müssten sich konsequent auf das Ziel ausrichten, „dass Menschen mit ihren heutigen Lebensfragen einen einfachen Zugang“ zu der Liebe Gottes finden. Einfach wollen es die Kirchen ihren Zeitgenossen machen. Damit tragen sie bei zur Unkultur der Simplifizierung. Das zerstört die Grundlagen für das Zusammenleben. Es lässt den Menschen nur noch die Wahl zwischen populistischen Vereinfachungen und technokratischen „Lösungen“ von mächtigen Bürokratien.

Demgegenüber vergegenwärtigt das Basler Münster die Liebe Gottes, wie sie während 1000 Jahren am Werk gewesen ist und die Menschen in ihrem guten Wollen und ihrem todbringenden Hochmut gesucht und begleitet hat. Der Zugang zu dieser Liebe ist einfach zu finden – für den Glauben der Kinder, die den Ruf Jesu hören und ihm mit spontanem Vertrauen folgen. Die Liebe Gottes will aber unzugänglich sein für alle, die erfüllt sind von dem Reichtum dessen, was sie haben, können und besitzen. Der Weg ist schmal, die Pforte ist eng, sagt Jesus.

Deshalb bringt diese Homepage Stücke der Botschaften des Basler Münsters, so vielschichtig, komplex und geheimnisvoll, wie sie den Besucher dieser Kirche umgeben. Das will herausfordern, beschämen, bescheiden machen – und dazu ermutigen, dass wir uns die Zeit nehmen, nachsinnen und uns zu Herzen gehen lassen, was Christus den vorangehenden Generationen geschenkt – und was er von ihnen an Schuld zu tragen hatte.

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